Sacharja – ein Adventsprophet
Von Neil Earle

Schon ist es wieder so weit: Wir freuen uns über die wunderbaren vier Wochen des Advents!

In vielen christlichen Gruppen wird daran erinnert, dass das jüdische Volk vier Jahrhunderte lang sehnsüchtig auf das Kommen des Messias wartete (Lukas 2,26). Advent bedeutet „Ankunft“, und die Christen erwarten in dieser Zeit mit großer Hoffnung die Wiederkunft, das zweite Kommen, ihres Meisters

In der Adventszeit feiern wir sowohl das erste als auch das zweite Kommen Jesu.

Ein Prophet, der von dieser wunderbaren Wahrheit durchdrungen war, hieß Sacharja. Er lebte in den 500er Jahren v. Chr. und seine Schriften tragen zur Vervollständigung des Alten Testaments bei. Seine reiche Fundgrube an Prophezeiungen enthält Hinweise auf Jesu erstes und zweites Kommen. Es fasziniert, sein Buch zu lesen, aber es ist nicht immer leicht zu verstehen.

Dieser Artikel ist ein Versuch, diese eindrucksvollen und farbintensiven Prophezeiungen in Einklang zu bringen, wobei eine wunderbar erhabene Sprache verwendet wird und historische Ereignisse in eine reiche Symbolik gekleidet werden – Satan gegen den Hohepriester; eine Frau in einer Tonne; Schmiede, die wilden Tieren die Hörner abschneiden, usw. usw. – alles in einem üppigen Kaleidoskop von Träumen, Visionen und Voraussagen dargestellt. Durch all das hindurch erklingt eine klare Botschaft, ein Ruf aus tiefem Herzen, den Jesus als „Dein Reich komme!“ zum Ausdruck brachte.

Jesus im Buch Sacharja
Jesus taucht überall in Sacharja auf, sowohl als Zimmermann aus Nazareth als auch als siegreicher König. Hier sind nur einige der Schriftstellen:
· Der triumphale Einzug Christi in Jerusalem (Sach 9,9; Mt 21,1-11 und Joh 12,12,
· die gewaltsame Reinigung des Tempels (Sach 13,1 [1]; 14,21 und Mt 21,12),
· die Heiden, die nach Jerusalem kommen (Joh 12,20),
· Der Verrat des Messias für 30 Silberlinge (Sach 11,12; Mt 26,15,
· Israels Hirte, der von seinen Mitmenschen getötet wurde (Sach 12,10; Joh 19,37),
· die zerstreuten Schafe (13,7),
· lebendiges Wasser, das aus Jerusalem fließt (Sach 14,8, Joh 7,37),
· Der Messias ist das Licht der Welt (Sach 14,7 [2], Joh 8,12),
· die Vorhersage der Zerstörung Jerusalems (Sach 11,1-4 [3], Mt 24),
· ständiges Unheil für Jerusalem und das jüdische Volk (Sach 13,2) [4],
· deshalb ruht alle zukünftige Hoffnung auf dem kommenden Messias (Sach 14,3).
Das ist die Kurzfassung des Buches, aber es gibt noch so viel mehr.

Der Schauplatz
Der Gelehrte Dr. Eugine H. Merrill schrieb: „Reich an apokalyptischen Bildern und vollgepackt mit messianischen Vorhersagen und Andeutungen wurden die Schriften Sacharjas zur Lieblingslektüre der neutestamentlichen Evangelisten und Apostel. Die dargelegte glorreiche Hoffnung wurde als erfüllt angesehen im rettenden Werk und Zeugnis Jesu Christi. Keiner der kleineren Propheten übertrifft Sacharja in der Klarheit und im Triumph, mit dem er auf den Höhepunkt von Gottes Erlösungsplan schaut“ (Haggai, Zechariah, Malachi: An Exegetical Commentary).

Das Buch Sacharjas ist nichts für Gelegenheitsleser. Seine vierzehn Kapitel veranschaulichen, wie schwierig es sein kann, die Träume und Visionen der biblischen Propheten zu entschlüsseln, vor allem wenn wir ihren ursprünglichen Kontext nicht kennen. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft werden von den alttestamentlichen Propheten in einer Weise miteinander vermischt, die technisch orientierte Leser des 21. Jahrhunderts oft als frustrierend empfinden.

Die Vergangenheit spiegelt in der Regel die Lebenserfahrung des Propheten und seines Volkes (14,5) wider. Sacharja hat viele „dunkle Sprüche“ (Psalm 49,5, 78,2) hinterlassen, die mit Blick auf diesen historischen Kontext etwas leichter zu verstehen sind. Der wesentliche Hintergrund ist der folgende: Nach 70 Jahren Exil in Babylon wurde dem jüdischen Volk vom persischen Reich erlaubt, die heilige Stadt Jerusalem wieder aufzubauen. Dies ist ein zentrales Anliegen des Buches.

Die Geographie des Buches bezieht sich auf seine damalige Zeit (14,10-11). Die Zukunft ist in der Tat eine ferne Hoffnung (9,16). Vergangene Ereignisse sind für heutige Leser oft verwirrend, z. B. die Fastentage in Kapitel 7 und das Erdbeben zur Zeit Usias, über das wir alle gerne mehr erfahren würden (14,5).

Es gibt jedoch Möglichkeiten, die Schwierigkeiten zu überwinden.

Zunächst müssen wir, um es nachzuvollziehen, rekonstruieren, was die größte „Last“ des Propheten für seine eigene Zeit ist – warum er schrieb und wann.

Zweitens müssen wir gleichzeitig den Blick auf das große Thema aller Prophetie richten: Jesus Christus und seine zentrale Bedeutung für den Erlösungsplan (Joh 5,39; Lk 24,44). Sacharja verbindet das erste und zweite Kommen Jesu in einer Sprache und in Wortbildern, die in der frühen Kirche sehr beliebt waren. Als Jesus seine Jünger dafür tadelte, dass sie seinen Verrat, seinen Tod und seine Auferstehung nur langsam begriffen, war Sacharja wohl eines der Bücher, aus denen er häufig zitierte (Lk 24,25-27).

Die glückliche Rückkehr
Was die zeitliche Einordnung betrifft, das Buch Sacharja wurde geschrieben, als er und sein Gefährte Haggai den Auftrag hatten, die aus Babylon zurückgekehrten jüdischen Exilanten aufzurütteln. Die Juden hatten das Haus Gottes noch nicht wieder aufgebaut. Dies war eines der Hauptanliegen für ihre Rückkehr aus Babylon, weshalb der Prophet sie daran erinnerte (Sach 8,9-15). Das babylonische Exil war (und ist) ein Wendepunkt für das jüdische Volk – ein Ereignis, das 70 Jahre dauerte, bevor es in seine heilige Stadt Jerusalem zurückkehren durfte, um ich mehr auf seine Berufung als besonderes Volk zu konzentrieren, eine Nation, die sich darauf vorbereitet, ihren Messias als die Hoffnung Israels und das Licht für die heidnische Welt zu empfangen (Lk 2,29-32).

Ah, Jerusalem. Hier ist ein Schlüssel. Wenn man das Buch Sacharja schnell zusammenfassen möchte, dann so: Jerusalem ist und wird im Zentrum von Gottes Erlösungsplan für Juden und Heiden stehen (8,22-23). Jerusalem wird maßgeblich vom ersten und zweiten Kommen des Messias betroffen sein. Wie ein anderer Prophet gesagt hatte: Der Herr selbst wird zu seinem Tempel kommen (Mal 3,19). Siehe Kasten: Jesus im Buch Sacharja.

Prophezeiungen erweisen sich als wahr
Das jüdische Volk bewahrte die Schriften Sacharjas und seines Prophetenkollegen Haggai, weil ihre Worte in Erfüllung gingen. Der Tempel wurde gebaut. Ihre Hauptaufgabe, die Exilanten aus Babylon aufzurütteln, gelang. Die Propheten schöpften Kraft aus Träumen, Orakeln und Wortbildern, die Gott ihnen gab und die auf ihre eigene Zeit und weit darüber hinauswiesen.

Einige haben wir bereits gesehen. Betrachten wir Sacharjas Anspielungen auf den triumphalen Einzug Jesu auf einem Esel in Jerusalem (Mt 21,1-11), seine dramatische Tempelreinigung (Sach 13,1) und den Verrat für 30 Silberstücke. Bei all dem würde der Messias/Hirte Wunden erleiden (Sach 12,10) und seine Herde vorübergehend zerstreuen (Sach 12,7), nachdem er in Jerusalem das lebendige Wasser des Heiligen Geistes angeboten hatte (Sach 14,8, Joh 7,37), und auch die Zerstörung Jerusalems vorhersagen (Sach 11,1-4), die im Jahr 70 n. Chr. stattfand.

Obwohl Sacharja also wolkig und mystisch erscheint, macht er einige Schlüsselthemen des Neuen Testaments deutlich. Obwohl sein „überzogener“ apokalyptischer Stil viele verwirrt hat, ergibt es in Bezug auf die jüdische Vergangenheit einen tiefergreifenden Sinn.

Erster Teil: Ein Fest der Visionen
Sacharja liebt es, prophetische Übertreibungen, Paradoxien und verdeckte Andeutungen zu verwenden. Manchmal sieht er das Ideal als bereits erfüllt an, obwohl er weiß, dass es das nicht ist (Sach 1,16).

Die Kapitel 1 bis 6 berichten von acht Visionen, die er in einer einzigen Nacht hatte – am 15. Februar 519 v. Chr. Die acht Visionen zeigen, dass dem Text eine Ordnung zugrunde liegt, die für die Zeit des Propheten – die persische Periode, die 500er Jahre v. Chr. – besonders relevant ist:

Erste Vision: Reiter auf verschiedenfarbigen Pferden – 1,8-12, die Patrouille des HERRN, die auf Erden herumzieht. Beachten Sie, dass sie in der achten Vision, der Vision der vier Wagen (6,1-8), wiederkehren. „Babylon liegt hinter uns, Persien ist auf unserer Seite, es herrscht Ruhe und Frieden, also ... kein Grund, nicht mit der Arbeit weiterzumachen!“, sagt Sacharja zu seinem Volk.

Zweite Vision: Vier Schmiede schlagen vier Hörner ab – 2,1-4, Vier mächtige Hörner – die großen Reiche, die Gottes Volk bedrängt haben. Sie finden ihre Deutung in der sieben Vision – die Frau in der Tonne, Symbol für Babylons kommerzielle Gier (5,5-11). Die Aufgabe lautet: „Babylon ist vergangen, macht weiter mit der Arbeit!“

Dritte Vision: Die Messschnur – 2,5-9, Symbol der Kontrolle, des Gerichts. Deutung in der sechsten Vision – die fliegende Schriftrolle in 5,1-4 – Die Aufgabe lautet: Der Fluch ist von Jerusalem weggenommen, vollendet den Tempel!

Dritte und vierte Vision: Der Wendepunkt. „Euer Hohepriester ist gereinigt, und zwei Olivenbäume symbolisieren die nie versiegende Kraft von Gottes Geist.“ Gott wird die Anbetung im Tempel neu beleben, wenn ihr seinem Geist folgt (Sach 4,6). Worauf wartet ihr Exilanten noch? Macht euch an die Arbeit, den Tempel fertigzustellen

Diese einschneidenden visionären Voraussagen konzentrieren sich auf die bevorstehende Arbeit für die heimgekehrten Exilanten in deren eigener Zeit. Die nächste Reihe von Visionen in Sacharja 9-14 konzentriert sich auf die Zukunft Jerusalems und der Völker. Zunächst gibt es ein Zwischenspiel in den Kapiteln 7 und 8. Der Höhepunkt kommt in zwei langen Voraussagen mit gelegentlichen dunklen und düsteren Äußerungen (9-11 und 12-14).

Einschub: Wahre Spiritualität
Kapitel 7 und 8 können für moderne Leser abschreckend wirken. Hier antwortet Sacharja einigen der im Land Zurückgebliebenen auf die Frage, ob sie das Fasten fortsetzen sollten, das sie begonnen hatten, als der ursprüngliche (salomonische) Tempel 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört wurde (7,1-7). Der Prophet erinnert sie daran, dass wahre Spiritualität darin besteht, füreinander als Nachbarn zu sorgen – ein Teil des großen Gebots, das Jesus bekräftigen würde (7,8-14).

Kapitel 8 ist eine Erinnerung daran, dass Gott mit seinem Volk nach Jerusalem zurückgekehrt ist (8,3). Es erwartet sie eine bessere Zukunft, wenn sie sich anstrengen und den Tempel bauen (8,9). Sacharja 8,22 ist eine große Verheißung: Die Heiden werden kommen und in Jerusalem den HERRN anbeten. Dies wurde teilweise durch den äthiopischen Eunuchen in Apostelgeschichte 8 erfüllt, der in den Tempel kam, um anzubeten, und daraufhin Jesus entdeckte!

Damit wird das Thema der Erlösung der ganzen Welt durch Gottes Handeln in und um die strategische Stadt Jerusalem vorweggenommen.

Zweiter Teil: Die Ankunft des Friedenskönigs
Die letzten Kapitel sagen viel darüber aus, wer wirklich in den Königreichen der Menschen herrscht, ein Grundton aller Prophezeiungen (Dan 4,17). Daher die lange Liste von Urteilen über die Nachbarn Judas, die sie im Laufe der Jahrhunderte bedrängt haben. Kapitel 9,1-10 ist die berühmte Verschmelzung der beiden Kommen Jesu. Zum Beispiel ist Vers 9 eine Vorausschau auf den sanftmütigen Jesus, der auf einem Esel in Jerusalem einzieht. Dann ändert Vers 10 abrupt die Richtung und zeigt denselben Jesus, der mit physischer Gewalt „Frieden den Nationen verkündigt“.

Diese miteinander verknüpften Themen beleben die nächsten Kapitel. Kapitel 10 zeigt Gottes Zorn gegen die falschen Hirten (10,3), die das jüdische Volk auf verhängnisvolle Weise in die Irre führen werden, während Kapitel 11 den wahren Hirten, Jesus, darstellt, der für 30 Silberlinge verraten wird (11,12).

Dies sind einige der unverkennbar inspirierten Momente in der ganzen Palette der alttestamentlichen Prophetie. Die Verse springen uns entgegen – sie weisen auf Jesus und sein Wirken hin. Sacharja 12 ist eine prophetische Momentaufnahme des kommenden Heils für das jüdische Volk, das so viel gelitten hat. Gott gießt den Geist der Gnade und des Flehens über sein Volk aus, das seinen Messias durchbohrt hat (V. 10), und aus seiner Seite strömt eine reinigende Quelle der Vergebung (13,1). Die Sprache ist hier sehr anschaulich.

Obwohl der wahre Hirte anscheinend zunächst abgelehnt wird (13,7), wird ein Rest von Juda gerettet werden. Viele Ausleger meinen, dass sich dies auf die 3000 Menschen bezieht, die Buße taten, als Petrus die erste Predigt zu denselben Menschen hielt, die nach dem Blut Jesu gerufen hatten. 13,8-9 könnte sich auf das beziehen, was das Neue Testament als die Prophezeiung über den Überrest lehrt – in der Theologie des Paulus wird ein Überrest von Juda tatsächlich Buße tun und glauben und Prophezeiungen wie die des Sacharja erfüllen (Röm 11,15).

Die VorgeschichteXXXXXXXXXXXXXXXXX
Bei Sacharja (und Haggai) bestimmen die Perser das Geschehen, insbesondere Darius I. (521- 486 v. Chr.). Sacharjas Daten reichen von 520-518 und er sah einen ansatzweise fertiggestellten Tempel um 515 v. Chr. Aber es musste noch mehr getan werden. Esra und Nehemia werden das Werk etwa 70 Jahre später vollenden.
Nichtsdestotrotz gibt Sacharja inmitten vieler Höhen und Tiefen ein bestimmtes Thema vor. Sein Thema ist die große und sichere Zukunft Jerusalems als Schauplatz der endgültigen Erlösung für Juden und Nichtjuden. Obwohl er auf die zweite Zerstörung Jerusalems durch die Römer im Jahr 70 n. Chr. anzuspielen scheint (Sach 14,1-2), ist die Zukunftshoffnung unaufhaltsam. Sie beruht allein auf dem kommenden Messias – Jesus bei seinem ersten und zweiten Kommen (Sach 14,3).
Hauptquellen: Cornfeld und Freeman, Archaeology of the Bible Book by Book; David Webb, The Message of Zechariah; Lasor, Hubbard und Bush, Old Testament Survey.

Der HERR wird König sein!
Das ganze Sacharja-Buch ist durchdrungen von farbenprächtigen und grandiosen Darstellungen des Heils, das von Jerusalem zu den Völkern der ganzen Erde ausgeht. Dies ist zum großen Teil die Geschichte der Apostel und der frühen Kirche. Einige Elemente des Sacharja-Kapitels beziehen sich auf die frühere Lehre Jesu über das Angebot des „lebendigen Wassers“, das er inmitten des Jerusalemer Tempels verkündete (Joh 7,37). Der Dreh- und Angelpunkt des Kapitels, des Buches und in gewisser Weise des gesamten Alten Testaments ist Sacharja 14,9: „Und der HERR wird König sein über alle Lande. An jenem Tag wird der HERR der einzige sein und sein Name der einzige.“

Den Bewohnern Jerusalems wird versprochen, dass es nach der Wiederkunft Jesu „keine weitere Zerstörung mehr“ geben werde, und zwar nicht nur dem jüdischen Volk, sondern allen Völkern. Dies ist der Grund für den Verweis auf Ägypten am Ende des Buches (14,16-21). Ein alttestamentlicher Prophet, der im Geiste des Herrn, aber mit einer noch begrenzten menschlichen Perspektive schreibt, kann sich kein glücklicheres Ende vorstellen, als dass der Todfeind Ägypten nach Jerusalem kommt, um den jüdischen Messias anzubeten. Für die Menschen zu Sacharjas Zeiten war das „weit hergeholt“, aber... bei Gott sind alle Dinge möglich.

Das in Sacharja 14,16.18 und 19 erwähnte Laubhüttenfest war im alten Israel das Fest des überschwänglichen Überflusses, bei dem sich das Volk über seine erfolgreiche Ernte freute. Dies wird zu Sacharjas Vorlage für die ganze Welt, die endlich in Frieden und Überfluss lebt, verstärkt durch die Macht Gottes, die als Garant gezeigt wird (V. 12-15).

Sacharja zeigt in seinen letzten Kapiteln, dass er das große Thema aller Prophezeiungen erfasst hat: die Wiederkunft Christi in Macht und Herrlichkeit, um ein neues Jerusalem und sogar einen neuen Himmel und eine neue Erde unter dem wahren Hirtenkönig, Jesus, dem Messias, dem Löwen von Juda und dem Retter der Welt, zu errichten.

All das nahm seinen Anfang, als in Bethlehem ein kleines Baby geboren wurde, von dem es hieß: Sein Reich wird kein Ende haben (Lk 1,33). Gott sei Dank für eine solche Vision, einen solchen Plan und eine solche Hoffnung!

Anmerkungen: [1] Sach 13,1: Sünde und Unreinheit müssen entfernt werden. Jesus ist der Einzige, der dies tun kann, die reinigende Quelle der Gläubigen, die den geistigen Tempel darstellen.
[2] Sach 14,7: Sacharja blickt voraus auf die Herrlichkeit Jerusalems im Reich des Messias. Die Lichter, von denen wir uns leiten lassen, werden verlöschen, aber Gott wird sein eigenes Licht ausstrahlen.
[3] Sach 11,1-4: James Montgomery Boice (amerik. Theologe und Auto) kommentiert, dass sich diese Prophezeiung im römischen Feldzug gegen Judäa erfüllt hat. Die Schlachtschafe symbolisieren das Volk.
[4] Sach 13,2: Götzendienst und falsche Prophezeiungen waren die beiden Hauptwege, auf denen Israel von Gott abgewichen war. Gott würde nicht nur einen Brunnen zur Reinigung bereitstellen, sondern er verspricht auch, die Quelle der Unreinheit – in diesem Fall den Götzendienst und die falsche Prophetie – auszumerzen. Götzendienst ist im Heiligen Land immer noch lebendig und wirkt sich aus.


© Stiftung WKG Deutschland
Sacharja – ein Adventsprophet

Sacharja – ein Adventsprophet
Von Neil Earle

Schon ist es wieder so weit: Wir freuen uns über die wunderbaren vier Wochen des Advents!

In vielen christlichen Gruppen wird daran erinnert, dass das jüdische Volk vier Jahrhunderte lang sehnsüchtig auf das Kommen des Messias wartete (Lukas 2,26). Advent bedeutet „Ankunft“, und die Christen erwarten in dieser Zeit mit großer Hoffnung die Wiederkunft, das zweite Kommen, ihres Meisters

In der Adventszeit feiern wir sowohl das erste als auch das zweite Kommen Jesu.

Ein Prophet, der von dieser wunderbaren Wahrheit durchdrungen war, hieß Sacharja. Er lebte in den 500er Jahren v. Chr. und seine Schriften tragen zur Vervollständigung des Alten Testaments bei. Seine reiche Fundgrube an Prophezeiungen enthält Hinweise auf Jesu erstes und zweites Kommen. Es fasziniert, sein Buch zu lesen, aber es ist nicht immer leicht zu verstehen.

Dieser Artikel ist ein Versuch, diese eindrucksvollen und farbintensiven Prophezeiungen in Einklang zu bringen, wobei eine wunderbar erhabene Sprache verwendet wird und historische Ereignisse in eine reiche Symbolik gekleidet werden – Satan gegen den Hohepriester; eine Frau in einer Tonne; Schmiede, die wilden Tieren die Hörner abschneiden, usw. usw. – alles in einem üppigen Kaleidoskop von Träumen, Visionen und Voraussagen dargestellt. Durch all das hindurch erklingt eine klare Botschaft, ein Ruf aus tiefem Herzen, den Jesus als „Dein Reich komme!“ zum Ausdruck brachte.

Jesus im Buch Sacharja
Jesus taucht überall in Sacharja auf, sowohl als Zimmermann aus Nazareth als auch als siegreicher König. Hier sind nur einige der Schriftstellen:
· Der triumphale Einzug Christi in Jerusalem (Sach 9,9; Mt 21,1-11 und Joh 12,12,
· die gewaltsame Reinigung des Tempels (Sach 13,1 [1]; 14,21 und Mt 21,12),
· die Heiden, die nach Jerusalem kommen (Joh 12,20),
· Der Verrat des Messias für 30 Silberlinge (Sach 11,12; Mt 26,15,
· Israels Hirte, der von seinen Mitmenschen getötet wurde (Sach 12,10; Joh 19,37),
· die zerstreuten Schafe (13,7),
· lebendiges Wasser, das aus Jerusalem fließt (Sach 14,8, Joh 7,37),
· Der Messias ist das Licht der Welt (Sach 14,7 [2], Joh 8,12),
· die Vorhersage der Zerstörung Jerusalems (Sach 11,1-4 [3], Mt 24),
· ständiges Unheil für Jerusalem und das jüdische Volk (Sach 13,2) [4],
· deshalb ruht alle zukünftige Hoffnung auf dem kommenden Messias (Sach 14,3).
Das ist die Kurzfassung des Buches, aber es gibt noch so viel mehr.

Der Schauplatz
Der Gelehrte Dr. Eugine H. Merrill schrieb: „Reich an apokalyptischen Bildern und vollgepackt mit messianischen Vorhersagen und Andeutungen wurden die Schriften Sacharjas zur Lieblingslektüre der neutestamentlichen Evangelisten und Apostel. Die dargelegte glorreiche Hoffnung wurde als erfüllt angesehen im rettenden Werk und Zeugnis Jesu Christi. Keiner der kleineren Propheten übertrifft Sacharja in der Klarheit und im Triumph, mit dem er auf den Höhepunkt von Gottes Erlösungsplan schaut“ (Haggai, Zechariah, Malachi: An Exegetical Commentary).

Das Buch Sacharjas ist nichts für Gelegenheitsleser. Seine vierzehn Kapitel veranschaulichen, wie schwierig es sein kann, die Träume und Visionen der biblischen Propheten zu entschlüsseln, vor allem wenn wir ihren ursprünglichen Kontext nicht kennen. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft werden von den alttestamentlichen Propheten in einer Weise miteinander vermischt, die technisch orientierte Leser des 21. Jahrhunderts oft als frustrierend empfinden.

Die Vergangenheit spiegelt in der Regel die Lebenserfahrung des Propheten und seines Volkes (14,5) wider. Sacharja hat viele „dunkle Sprüche“ (Psalm 49,5, 78,2) hinterlassen, die mit Blick auf diesen historischen Kontext etwas leichter zu verstehen sind. Der wesentliche Hintergrund ist der folgende: Nach 70 Jahren Exil in Babylon wurde dem jüdischen Volk vom persischen Reich erlaubt, die heilige Stadt Jerusalem wieder aufzubauen. Dies ist ein zentrales Anliegen des Buches.

Die Geographie des Buches bezieht sich auf seine damalige Zeit (14,10-11). Die Zukunft ist in der Tat eine ferne Hoffnung (9,16). Vergangene Ereignisse sind für heutige Leser oft verwirrend, z. B. die Fastentage in Kapitel 7 und das Erdbeben zur Zeit Usias, über das wir alle gerne mehr erfahren würden (14,5).

Es gibt jedoch Möglichkeiten, die Schwierigkeiten zu überwinden.

Zunächst müssen wir, um es nachzuvollziehen, rekonstruieren, was die größte „Last“ des Propheten für seine eigene Zeit ist – warum er schrieb und wann.

Zweitens müssen wir gleichzeitig den Blick auf das große Thema aller Prophetie richten: Jesus Christus und seine zentrale Bedeutung für den Erlösungsplan (Joh 5,39; Lk 24,44). Sacharja verbindet das erste und zweite Kommen Jesu in einer Sprache und in Wortbildern, die in der frühen Kirche sehr beliebt waren. Als Jesus seine Jünger dafür tadelte, dass sie seinen Verrat, seinen Tod und seine Auferstehung nur langsam begriffen, war Sacharja wohl eines der Bücher, aus denen er häufig zitierte (Lk 24,25-27).

Die glückliche Rückkehr
Was die zeitliche Einordnung betrifft, das Buch Sacharja wurde geschrieben, als er und sein Gefährte Haggai den Auftrag hatten, die aus Babylon zurückgekehrten jüdischen Exilanten aufzurütteln. Die Juden hatten das Haus Gottes noch nicht wieder aufgebaut. Dies war eines der Hauptanliegen für ihre Rückkehr aus Babylon, weshalb der Prophet sie daran erinnerte (Sach 8,9-15). Das babylonische Exil war (und ist) ein Wendepunkt für das jüdische Volk – ein Ereignis, das 70 Jahre dauerte, bevor es in seine heilige Stadt Jerusalem zurückkehren durfte, um ich mehr auf seine Berufung als besonderes Volk zu konzentrieren, eine Nation, die sich darauf vorbereitet, ihren Messias als die Hoffnung Israels und das Licht für die heidnische Welt zu empfangen (Lk 2,29-32).

Ah, Jerusalem. Hier ist ein Schlüssel. Wenn man das Buch Sacharja schnell zusammenfassen möchte, dann so: Jerusalem ist und wird im Zentrum von Gottes Erlösungsplan für Juden und Heiden stehen (8,22-23). Jerusalem wird maßgeblich vom ersten und zweiten Kommen des Messias betroffen sein. Wie ein anderer Prophet gesagt hatte: Der Herr selbst wird zu seinem Tempel kommen (Mal 3,19). Siehe Kasten: Jesus im Buch Sacharja.

Prophezeiungen erweisen sich als wahr
Das jüdische Volk bewahrte die Schriften Sacharjas und seines Prophetenkollegen Haggai, weil ihre Worte in Erfüllung gingen. Der Tempel wurde gebaut. Ihre Hauptaufgabe, die Exilanten aus Babylon aufzurütteln, gelang. Die Propheten schöpften Kraft aus Träumen, Orakeln und Wortbildern, die Gott ihnen gab und die auf ihre eigene Zeit und weit darüber hinauswiesen.

Einige haben wir bereits gesehen. Betrachten wir Sacharjas Anspielungen auf den triumphalen Einzug Jesu auf einem Esel in Jerusalem (Mt 21,1-11), seine dramatische Tempelreinigung (Sach 13,1) und den Verrat für 30 Silberstücke. Bei all dem würde der Messias/Hirte Wunden erleiden (Sach 12,10) und seine Herde vorübergehend zerstreuen (Sach 12,7), nachdem er in Jerusalem das lebendige Wasser des Heiligen Geistes angeboten hatte (Sach 14,8, Joh 7,37), und auch die Zerstörung Jerusalems vorhersagen (Sach 11,1-4), die im Jahr 70 n. Chr. stattfand.

Obwohl Sacharja also wolkig und mystisch erscheint, macht er einige Schlüsselthemen des Neuen Testaments deutlich. Obwohl sein „überzogener“ apokalyptischer Stil viele verwirrt hat, ergibt es in Bezug auf die jüdische Vergangenheit einen tiefergreifenden Sinn.

Erster Teil: Ein Fest der Visionen
Sacharja liebt es, prophetische Übertreibungen, Paradoxien und verdeckte Andeutungen zu verwenden. Manchmal sieht er das Ideal als bereits erfüllt an, obwohl er weiß, dass es das nicht ist (Sach 1,16).

Die Kapitel 1 bis 6 berichten von acht Visionen, die er in einer einzigen Nacht hatte – am 15. Februar 519 v. Chr. Die acht Visionen zeigen, dass dem Text eine Ordnung zugrunde liegt, die für die Zeit des Propheten – die persische Periode, die 500er Jahre v. Chr. – besonders relevant ist:

Erste Vision: Reiter auf verschiedenfarbigen Pferden – 1,8-12, die Patrouille des HERRN, die auf Erden herumzieht. Beachten Sie, dass sie in der achten Vision, der Vision der vier Wagen (6,1-8), wiederkehren. „Babylon liegt hinter uns, Persien ist auf unserer Seite, es herrscht Ruhe und Frieden, also ... kein Grund, nicht mit der Arbeit weiterzumachen!“, sagt Sacharja zu seinem Volk.

Zweite Vision: Vier Schmiede schlagen vier Hörner ab – 2,1-4, Vier mächtige Hörner – die großen Reiche, die Gottes Volk bedrängt haben. Sie finden ihre Deutung in der sieben Vision – die Frau in der Tonne, Symbol für Babylons kommerzielle Gier (5,5-11). Die Aufgabe lautet: „Babylon ist vergangen, macht weiter mit der Arbeit!“

Dritte Vision: Die Messschnur – 2,5-9, Symbol der Kontrolle, des Gerichts. Deutung in der sechsten Vision – die fliegende Schriftrolle in 5,1-4 – Die Aufgabe lautet: Der Fluch ist von Jerusalem weggenommen, vollendet den Tempel!

Dritte und vierte Vision: Der Wendepunkt. „Euer Hohepriester ist gereinigt, und zwei Olivenbäume symbolisieren die nie versiegende Kraft von Gottes Geist.“ Gott wird die Anbetung im Tempel neu beleben, wenn ihr seinem Geist folgt (Sach 4,6). Worauf wartet ihr Exilanten noch? Macht euch an die Arbeit, den Tempel fertigzustellen

Diese einschneidenden visionären Voraussagen konzentrieren sich auf die bevorstehende Arbeit für die heimgekehrten Exilanten in deren eigener Zeit. Die nächste Reihe von Visionen in Sacharja 9-14 konzentriert sich auf die Zukunft Jerusalems und der Völker. Zunächst gibt es ein Zwischenspiel in den Kapiteln 7 und 8. Der Höhepunkt kommt in zwei langen Voraussagen mit gelegentlichen dunklen und düsteren Äußerungen (9-11 und 12-14).

Einschub: Wahre Spiritualität
Kapitel 7 und 8 können für moderne Leser abschreckend wirken. Hier antwortet Sacharja einigen der im Land Zurückgebliebenen auf die Frage, ob sie das Fasten fortsetzen sollten, das sie begonnen hatten, als der ursprüngliche (salomonische) Tempel 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört wurde (7,1-7). Der Prophet erinnert sie daran, dass wahre Spiritualität darin besteht, füreinander als Nachbarn zu sorgen – ein Teil des großen Gebots, das Jesus bekräftigen würde (7,8-14).

Kapitel 8 ist eine Erinnerung daran, dass Gott mit seinem Volk nach Jerusalem zurückgekehrt ist (8,3). Es erwartet sie eine bessere Zukunft, wenn sie sich anstrengen und den Tempel bauen (8,9). Sacharja 8,22 ist eine große Verheißung: Die Heiden werden kommen und in Jerusalem den HERRN anbeten. Dies wurde teilweise durch den äthiopischen Eunuchen in Apostelgeschichte 8 erfüllt, der in den Tempel kam, um anzubeten, und daraufhin Jesus entdeckte!

Damit wird das Thema der Erlösung der ganzen Welt durch Gottes Handeln in und um die strategische Stadt Jerusalem vorweggenommen.

Zweiter Teil: Die Ankunft des Friedenskönigs
Die letzten Kapitel sagen viel darüber aus, wer wirklich in den Königreichen der Menschen herrscht, ein Grundton aller Prophezeiungen (Dan 4,17). Daher die lange Liste von Urteilen über die Nachbarn Judas, die sie im Laufe der Jahrhunderte bedrängt haben. Kapitel 9,1-10 ist die berühmte Verschmelzung der beiden Kommen Jesu. Zum Beispiel ist Vers 9 eine Vorausschau auf den sanftmütigen Jesus, der auf einem Esel in Jerusalem einzieht. Dann ändert Vers 10 abrupt die Richtung und zeigt denselben Jesus, der mit physischer Gewalt „Frieden den Nationen verkündigt“.

Diese miteinander verknüpften Themen beleben die nächsten Kapitel. Kapitel 10 zeigt Gottes Zorn gegen die falschen Hirten (10,3), die das jüdische Volk auf verhängnisvolle Weise in die Irre führen werden, während Kapitel 11 den wahren Hirten, Jesus, darstellt, der für 30 Silberlinge verraten wird (11,12).

Dies sind einige der unverkennbar inspirierten Momente in der ganzen Palette der alttestamentlichen Prophetie. Die Verse springen uns entgegen – sie weisen auf Jesus und sein Wirken hin. Sacharja 12 ist eine prophetische Momentaufnahme des kommenden Heils für das jüdische Volk, das so viel gelitten hat. Gott gießt den Geist der Gnade und des Flehens über sein Volk aus, das seinen Messias durchbohrt hat (V. 10), und aus seiner Seite strömt eine reinigende Quelle der Vergebung (13,1). Die Sprache ist hier sehr anschaulich.

Obwohl der wahre Hirte anscheinend zunächst abgelehnt wird (13,7), wird ein Rest von Juda gerettet werden. Viele Ausleger meinen, dass sich dies auf die 3000 Menschen bezieht, die Buße taten, als Petrus die erste Predigt zu denselben Menschen hielt, die nach dem Blut Jesu gerufen hatten. 13,8-9 könnte sich auf das beziehen, was das Neue Testament als die Prophezeiung über den Überrest lehrt – in der Theologie des Paulus wird ein Überrest von Juda tatsächlich Buße tun und glauben und Prophezeiungen wie die des Sacharja erfüllen (Röm 11,15).

Die Vorgeschichte
Bei Sacharja (und Haggai) bestimmen die Perser das Geschehen, insbesondere Darius I. (521- 486 v. Chr.). Sacharjas Daten reichen von 520-518 und er sah einen ansatzweise fertiggestellten Tempel um 515 v. Chr. Aber es musste noch mehr getan werden. Esra und Nehemia werden das Werk etwa 70 Jahre später vollenden.
Nichtsdestotrotz gibt Sacharja inmitten vieler Höhen und Tiefen ein bestimmtes Thema vor. Sein Thema ist die große und sichere Zukunft Jerusalems als Schauplatz der endgültigen Erlösung für Juden und Nichtjuden. Obwohl er auf die zweite Zerstörung Jerusalems durch die Römer im Jahr 70 n. Chr. anzuspielen scheint (Sach 14,1-2), ist die Zukunftshoffnung unaufhaltsam. Sie beruht allein auf dem kommenden Messias – Jesus bei seinem ersten und zweiten Kommen (Sach 14,3).
Hauptquellen: Cornfeld und Freeman, Archaeology of the Bible Book by Book; David Webb, The Message of Zechariah; Lasor, Hubbard und Bush, Old Testament Survey.

Der HERR wird König sein!
Das ganze Sacharja-Buch ist durchdrungen von farbenprächtigen und grandiosen Darstellungen des Heils, das von Jerusalem zu den Völkern der ganzen Erde ausgeht. Dies ist zum großen Teil die Geschichte der Apostel und der frühen Kirche. Einige Elemente des Sacharja-Kapitels beziehen sich auf die frühere Lehre Jesu über das Angebot des „lebendigen Wassers“, das er inmitten des Jerusalemer Tempels verkündete (Joh 7,37). Der Dreh- und Angelpunkt des Kapitels, des Buches und in gewisser Weise des gesamten Alten Testaments ist Sacharja 14,9: „Und der HERR wird König sein über alle Lande. An jenem Tag wird der HERR der einzige sein und sein Name der einzige.“

Den Bewohnern Jerusalems wird versprochen, dass es nach der Wiederkunft Jesu „keine weitere Zerstörung mehr“ geben werde, und zwar nicht nur dem jüdischen Volk, sondern allen Völkern. Dies ist der Grund für den Verweis auf Ägypten am Ende des Buches (14,16-21). Ein alttestamentlicher Prophet, der im Geiste des Herrn, aber mit einer noch begrenzten menschlichen Perspektive schreibt, kann sich kein glücklicheres Ende vorstellen, als dass der Todfeind Ägypten nach Jerusalem kommt, um den jüdischen Messias anzubeten. Für die Menschen zu Sacharjas Zeiten war das „weit hergeholt“, aber... bei Gott sind alle Dinge möglich.

Das in Sacharja 14,16.18 und 19 erwähnte Laubhüttenfest war im alten Israel das Fest des überschwänglichen Überflusses, bei dem sich das Volk über seine erfolgreiche Ernte freute. Dies wird zu Sacharjas Vorlage für die ganze Welt, die endlich in Frieden und Überfluss lebt, verstärkt durch die Macht Gottes, die als Garant gezeigt wird (V. 12-15).

Sacharja zeigt in seinen letzten Kapiteln, dass er das große Thema aller Prophezeiungen erfasst hat: die Wiederkunft Christi in Macht und Herrlichkeit, um ein neues Jerusalem und sogar einen neuen Himmel und eine neue Erde unter dem wahren Hirtenkönig, Jesus, dem Messias, dem Löwen von Juda und dem Retter der Welt, zu errichten.

All das nahm seinen Anfang, als in Bethlehem ein kleines Baby geboren wurde, von dem es hieß: Sein Reich wird kein Ende haben (Lk 1,33). Gott sei Dank für eine solche Vision, einen solchen Plan und eine solche Hoffnung!

Anmerkungen: [1] Sach 13,1: Sünde und Unreinheit müssen entfernt werden. Jesus ist der Einzige, der dies tun kann, die reinigende Quelle der Gläubigen, die den geistigen Tempel darstellen.
[2] Sach 14,7: Sacharja blickt voraus auf die Herrlichkeit Jerusalems im Reich des Messias. Die Lichter, von denen wir uns leiten lassen, werden verlöschen, aber Gott wird sein eigenes Licht ausstrahlen.
[3] Sach 11,1-4: James Montgomery Boice (amerik. Theologe und Auto) kommentiert, dass sich diese Prophezeiung im römischen Feldzug gegen Judäa erfüllt hat. Die Schlachtschafe symbolisieren das Volk.
[4] Sach 13,2: Götzendienst und falsche Prophezeiungen waren die beiden Hauptwege, auf denen Israel von Gott abgewichen war. Gott würde nicht nur einen Brunnen zur Reinigung bereitstellen, sondern er verspricht auch, die Quelle der Unreinheit – in diesem Fall den Götzendienst und die falsche Prophetie – auszumerzen. Götzendienst ist im Heiligen Land immer noch lebendig und wirkt sich aus.


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Sacharja – ein Adventsprophet

Sacharja – ein Adventsprophet
Von Neil Earle

Schon ist es wieder so weit: Wir freuen uns über die wunderbaren vier Wochen des Advents!

In vielen christlichen Gruppen wird daran erinnert, dass das jüdische Volk vier Jahrhunderte lang sehnsüchtig auf das Kommen des Messias wartete (Lukas 2,26). Advent bedeutet „Ankunft“, und die Christen erwarten in dieser Zeit mit großer Hoffnung die Wiederkunft, das zweite Kommen, ihres Meisters

In der Adventszeit feiern wir sowohl das erste als auch das zweite Kommen Jesu.

Ein Prophet, der von dieser wunderbaren Wahrheit durchdrungen war, hieß Sacharja. Er lebte in den 500er Jahren v. Chr. und seine Schriften tragen zur Vervollständigung des Alten Testaments bei. Seine reiche Fundgrube an Prophezeiungen enthält Hinweise auf Jesu erstes und zweites Kommen. Es fasziniert, sein Buch zu lesen, aber es ist nicht immer leicht zu verstehen.

Dieser Artikel ist ein Versuch, diese eindrucksvollen und farbintensiven Prophezeiungen in Einklang zu bringen, wobei eine wunderbar erhabene Sprache verwendet wird und historische Ereignisse in eine reiche Symbolik gekleidet werden – Satan gegen den Hohepriester; eine Frau in einer Tonne; Schmiede, die wilden Tieren die Hörner abschneiden, usw. usw. – alles in einem üppigen Kaleidoskop von Träumen, Visionen und Voraussagen dargestellt. Durch all das hindurch erklingt eine klare Botschaft, ein Ruf aus tiefem Herzen, den Jesus als „Dein Reich komme!“ zum Ausdruck brachte.

Jesus im Buch Sacharja
Jesus taucht überall in Sacharja auf, sowohl als Zimmermann aus Nazareth als auch als siegreicher König. Hier sind nur einige der Schriftstellen:

  • Der triumphale Einzug Christi in Jerusalem (Sach 9,9; Mt 21,1-11 und Joh 12,12,
  • die gewaltsame Reinigung des Tempels (Sach 13,1 [1]; 14,21 und Mt 21,12),
  • die Heiden, die nach Jerusalem kommen (Joh 12,20),
  • Der Verrat des Messias für 30 Silberlinge (Sach 11,12; Mt 26,15,
  • Israels Hirte, der von seinen Mitmenschen getötet wurde (Sach 12,10; Joh 19,37),
  • die zerstreuten Schafe (13,7),
  • lebendiges Wasser, das aus Jerusalem fließt (Sach 14,8, Joh 7,37),
  • Der Messias ist das Licht der Welt (Sach 14,7 [2], Joh 8,12),
  • die Vorhersage der Zerstörung Jerusalems (Sach 11,1-4 [3], Mt 24),
  • ständiges Unheil für Jerusalem und das jüdische Volk (Sach 13,2) [4],
  • deshalb ruht alle zukünftige Hoffnung auf dem kommenden Messias (Sach 14,3).
Das ist die Kurzfassung des Buches, aber es gibt noch so viel mehr.

Der Schauplatz
Der Gelehrte Dr. Eugine H. Merrill schrieb: „Reich an apokalyptischen Bildern und vollgepackt mit messianischen Vorhersagen und Andeutungen wurden die Schriften Sacharjas zur Lieblingslektüre der neutestamentlichen Evangelisten und Apostel. Die dargelegte glorreiche Hoffnung wurde als erfüllt angesehen im rettenden Werk und Zeugnis Jesu Christi. Keiner der kleineren Propheten übertrifft Sacharja in der Klarheit und im Triumph, mit dem er auf den Höhepunkt von Gottes Erlösungsplan schaut“ (Haggai, Zechariah, Malachi: An Exegetical Commentary).

Das Buch Sacharjas ist nichts für Gelegenheitsleser. Seine vierzehn Kapitel veranschaulichen, wie schwierig es sein kann, die Träume und Visionen der biblischen Propheten zu entschlüsseln, vor allem wenn wir ihren ursprünglichen Kontext nicht kennen. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft werden von den alttestamentlichen Propheten in einer Weise miteinander vermischt, die technisch orientierte Leser des 21. Jahrhunderts oft als frustrierend empfinden.

Die Vergangenheit spiegelt in der Regel die Lebenserfahrung des Propheten und seines Volkes (14,5) wider. Sacharja hat viele „dunkle Sprüche“ (Psalm 49,5, 78,2) hinterlassen, die mit Blick auf diesen historischen Kontext etwas leichter zu verstehen sind. Der wesentliche Hintergrund ist der folgende: Nach 70 Jahren Exil in Babylon wurde dem jüdischen Volk vom persischen Reich erlaubt, die heilige Stadt Jerusalem wieder aufzubauen. Dies ist ein zentrales Anliegen des Buches.

Die Geographie des Buches bezieht sich auf seine damalige Zeit (14,10-11). Die Zukunft ist in der Tat eine ferne Hoffnung (9,16). Vergangene Ereignisse sind für heutige Leser oft verwirrend, z. B. die Fastentage in Kapitel 7 und das Erdbeben zur Zeit Usias, über das wir alle gerne mehr erfahren würden (14,5).

Es gibt jedoch Möglichkeiten, die Schwierigkeiten zu überwinden.

Zunächst müssen wir, um es nachzuvollziehen, rekonstruieren, was die größte „Last“ des Propheten für seine eigene Zeit ist – warum er schrieb und wann.

Zweitens müssen wir gleichzeitig den Blick auf das große Thema aller Prophetie richten: Jesus Christus und seine zentrale Bedeutung für den Erlösungsplan (Joh 5,39; Lk 24,44). Sacharja verbindet das erste und zweite Kommen Jesu in einer Sprache und in Wortbildern, die in der frühen Kirche sehr beliebt waren. Als Jesus seine Jünger dafür tadelte, dass sie seinen Verrat, seinen Tod und seine Auferstehung nur langsam begriffen, war Sacharja wohl eines der Bücher, aus denen er häufig zitierte (Lk 24,25-27).

Die glückliche Rückkehr
Was die zeitliche Einordnung betrifft, das Buch Sacharja wurde geschrieben, als er und sein Gefährte Haggai den Auftrag hatten, die aus Babylon zurückgekehrten jüdischen Exilanten aufzurütteln. Die Juden hatten das Haus Gottes noch nicht wieder aufgebaut. Dies war eines der Hauptanliegen für ihre Rückkehr aus Babylon, weshalb der Prophet sie daran erinnerte (Sach 8,9-15). Das babylonische Exil war (und ist) ein Wendepunkt für das jüdische Volk – ein Ereignis, das 70 Jahre dauerte, bevor es in seine heilige Stadt Jerusalem zurückkehren durfte, um ich mehr auf seine Berufung als besonderes Volk zu konzentrieren, eine Nation, die sich darauf vorbereitet, ihren Messias als die Hoffnung Israels und das Licht für die heidnische Welt zu empfangen (Lk 2,29-32).

Ah, Jerusalem. Hier ist ein Schlüssel. Wenn man das Buch Sacharja schnell zusammenfassen möchte, dann so: Jerusalem ist und wird im Zentrum von Gottes Erlösungsplan für Juden und Heiden stehen (8,22-23). Jerusalem wird maßgeblich vom ersten und zweiten Kommen des Messias betroffen sein. Wie ein anderer Prophet gesagt hatte: Der Herr selbst wird zu seinem Tempel kommen (Mal 3,19). Siehe Kasten: Jesus im Buch Sacharja.

Prophezeiungen erweisen sich als wahr
Das jüdische Volk bewahrte die Schriften Sacharjas und seines Prophetenkollegen Haggai, weil ihre Worte in Erfüllung gingen. Der Tempel wurde gebaut. Ihre Hauptaufgabe, die Exilanten aus Babylon aufzurütteln, gelang. Die Propheten schöpften Kraft aus Träumen, Orakeln und Wortbildern, die Gott ihnen gab und die auf ihre eigene Zeit und weit darüber hinauswiesen.

Einige haben wir bereits gesehen. Betrachten wir Sacharjas Anspielungen auf den triumphalen Einzug Jesu auf einem Esel in Jerusalem (Mt 21,1-11), seine dramatische Tempelreinigung (Sach 13,1) und den Verrat für 30 Silberstücke. Bei all dem würde der Messias/Hirte Wunden erleiden (Sach 12,10) und seine Herde vorübergehend zerstreuen (Sach 12,7), nachdem er in Jerusalem das lebendige Wasser des Heiligen Geistes angeboten hatte (Sach 14,8, Joh 7,37), und auch die Zerstörung Jerusalems vorhersagen (Sach 11,1-4), die im Jahr 70 n. Chr. stattfand.

Obwohl Sacharja also wolkig und mystisch erscheint, macht er einige Schlüsselthemen des Neuen Testaments deutlich. Obwohl sein „überzogener“ apokalyptischer Stil viele verwirrt hat, ergibt es in Bezug auf die jüdische Vergangenheit einen tiefergreifenden Sinn.

Erster Teil: Ein Fest der Visionen
Sacharja liebt es, prophetische Übertreibungen, Paradoxien und verdeckte Andeutungen zu verwenden. Manchmal sieht er das Ideal als bereits erfüllt an, obwohl er weiß, dass es das nicht ist (Sach 1,16).

Die Kapitel 1 bis 6 berichten von acht Visionen, die er in einer einzigen Nacht hatte – am 15. Februar 519 v. Chr. Die acht Visionen zeigen, dass dem Text eine Ordnung zugrunde liegt, die für die Zeit des Propheten – die persische Periode, die 500er Jahre v. Chr. – besonders relevant ist:

Erste Vision: Reiter auf verschiedenfarbigen Pferden – 1,8-12, die Patrouille des HERRN, die auf Erden herumzieht. Beachten Sie, dass sie in der achten Vision, der Vision der vier Wagen (6,1-8), wiederkehren. „Babylon liegt hinter uns, Persien ist auf unserer Seite, es herrscht Ruhe und Frieden, also ... kein Grund, nicht mit der Arbeit weiterzumachen!“, sagt Sacharja zu seinem Volk.

Zweite Vision: Vier Schmiede schlagen vier Hörner ab – 2,1-4, Vier mächtige Hörner – die großen Reiche, die Gottes Volk bedrängt haben. Sie finden ihre Deutung in der sieben Vision – die Frau in der Tonne, Symbol für Babylons kommerzielle Gier (5,5-11). Die Aufgabe lautet: „Babylon ist vergangen, macht weiter mit der Arbeit!“

Dritte Vision: Die Messschnur – 2,5-9, Symbol der Kontrolle, des Gerichts. Deutung in der sechsten Vision – die fliegende Schriftrolle in 5,1-4 – Die Aufgabe lautet: Der Fluch ist von Jerusalem weggenommen, vollendet den Tempel!

Dritte und vierte Vision: Der Wendepunkt. „Euer Hohepriester ist gereinigt, und zwei Olivenbäume symbolisieren die nie versiegende Kraft von Gottes Geist.“ Gott wird die Anbetung im Tempel neu beleben, wenn ihr seinem Geist folgt (Sach 4,6). Worauf wartet ihr Exilanten noch? Macht euch an die Arbeit, den Tempel fertigzustellen

Diese einschneidenden visionären Voraussagen konzentrieren sich auf die bevorstehende Arbeit für die heimgekehrten Exilanten in deren eigener Zeit. Die nächste Reihe von Visionen in Sacharja 9-14 konzentriert sich auf die Zukunft Jerusalems und der Völker. Zunächst gibt es ein Zwischenspiel in den Kapiteln 7 und 8. Der Höhepunkt kommt in zwei langen Voraussagen mit gelegentlichen dunklen und düsteren Äußerungen (9-11 und 12-14).

Einschub: Wahre Spiritualität
Kapitel 7 und 8 können für moderne Leser abschreckend wirken. Hier antwortet Sacharja einigen der im Land Zurückgebliebenen auf die Frage, ob sie das Fasten fortsetzen sollten, das sie begonnen hatten, als der ursprüngliche (salomonische) Tempel 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört wurde (7,1-7). Der Prophet erinnert sie daran, dass wahre Spiritualität darin besteht, füreinander als Nachbarn zu sorgen – ein Teil des großen Gebots, das Jesus bekräftigen würde (7,8-14).

Kapitel 8 ist eine Erinnerung daran, dass Gott mit seinem Volk nach Jerusalem zurückgekehrt ist (8,3). Es erwartet sie eine bessere Zukunft, wenn sie sich anstrengen und den Tempel bauen (8,9). Sacharja 8,22 ist eine große Verheißung: Die Heiden werden kommen und in Jerusalem den HERRN anbeten. Dies wurde teilweise durch den äthiopischen Eunuchen in Apostelgeschichte 8 erfüllt, der in den Tempel kam, um anzubeten, und daraufhin Jesus entdeckte!

Damit wird das Thema der Erlösung der ganzen Welt durch Gottes Handeln in und um die strategische Stadt Jerusalem vorweggenommen.

Zweiter Teil: Die Ankunft des Friedenskönigs
Die letzten Kapitel sagen viel darüber aus, wer wirklich in den Königreichen der Menschen herrscht, ein Grundton aller Prophezeiungen (Dan 4,17). Daher die lange Liste von Urteilen über die Nachbarn Judas, die sie im Laufe der Jahrhunderte bedrängt haben. Kapitel 9,1-10 ist die berühmte Verschmelzung der beiden Kommen Jesu. Zum Beispiel ist Vers 9 eine Vorausschau auf den sanftmütigen Jesus, der auf einem Esel in Jerusalem einzieht. Dann ändert Vers 10 abrupt die Richtung und zeigt denselben Jesus, der mit physischer Gewalt „Frieden den Nationen verkündigt“.

Diese miteinander verknüpften Themen beleben die nächsten Kapitel. Kapitel 10 zeigt Gottes Zorn gegen die falschen Hirten (10,3), die das jüdische Volk auf verhängnisvolle Weise in die Irre führen werden, während Kapitel 11 den wahren Hirten, Jesus, darstellt, der für 30 Silberlinge verraten wird (11,12).

Dies sind einige der unverkennbar inspirierten Momente in der ganzen Palette der alttestamentlichen Prophetie. Die Verse springen uns entgegen – sie weisen auf Jesus und sein Wirken hin. Sacharja 12 ist eine prophetische Momentaufnahme des kommenden Heils für das jüdische Volk, das so viel gelitten hat. Gott gießt den Geist der Gnade und des Flehens über sein Volk aus, das seinen Messias durchbohrt hat (V. 10), und aus seiner Seite strömt eine reinigende Quelle der Vergebung (13,1). Die Sprache ist hier sehr anschaulich.

Obwohl der wahre Hirte anscheinend zunächst abgelehnt wird (13,7), wird ein Rest von Juda gerettet werden. Viele Ausleger meinen, dass sich dies auf die 3000 Menschen bezieht, die Buße taten, als Petrus die erste Predigt zu denselben Menschen hielt, die nach dem Blut Jesu gerufen hatten. 13,8-9 könnte sich auf das beziehen, was das Neue Testament als die Prophezeiung über den Überrest lehrt – in der Theologie des Paulus wird ein Überrest von Juda tatsächlich Buße tun und glauben und Prophezeiungen wie die des Sacharja erfüllen (Röm 11,15).

Die Vorgeschichte
Bei Sacharja (und Haggai) bestimmen die Perser das Geschehen, insbesondere Darius I. (521- 486 v. Chr.). Sacharjas Daten reichen von 520-518 und er sah einen ansatzweise fertiggestellten Tempel um 515 v. Chr. Aber es musste noch mehr getan werden. Esra und Nehemia werden das Werk etwa 70 Jahre später vollenden.
Nichtsdestotrotz gibt Sacharja inmitten vieler Höhen und Tiefen ein bestimmtes Thema vor. Sein Thema ist die große und sichere Zukunft Jerusalems als Schauplatz der endgültigen Erlösung für Juden und Nichtjuden. Obwohl er auf die zweite Zerstörung Jerusalems durch die Römer im Jahr 70 n. Chr. anzuspielen scheint (Sach 14,1-2), ist die Zukunftshoffnung unaufhaltsam. Sie beruht allein auf dem kommenden Messias – Jesus bei seinem ersten und zweiten Kommen (Sach 14,3).
Hauptquellen: Cornfeld und Freeman, Archaeology of the Bible Book by Book; David Webb, The Message of Zechariah; Lasor, Hubbard und Bush, Old Testament Survey.

Der HERR wird König sein!
Das ganze Sacharja-Buch ist durchdrungen von farbenprächtigen und grandiosen Darstellungen des Heils, das von Jerusalem zu den Völkern der ganzen Erde ausgeht. Dies ist zum großen Teil die Geschichte der Apostel und der frühen Kirche. Einige Elemente des Sacharja-Kapitels beziehen sich auf die frühere Lehre Jesu über das Angebot des „lebendigen Wassers“, das er inmitten des Jerusalemer Tempels verkündete (Joh 7,37). Der Dreh- und Angelpunkt des Kapitels, des Buches und in gewisser Weise des gesamten Alten Testaments ist Sacharja 14,9: „Und der HERR wird König sein über alle Lande. An jenem Tag wird der HERR der einzige sein und sein Name der einzige.“

Den Bewohnern Jerusalems wird versprochen, dass es nach der Wiederkunft Jesu „keine weitere Zerstörung mehr“ geben werde, und zwar nicht nur dem jüdischen Volk, sondern allen Völkern. Dies ist der Grund für den Verweis auf Ägypten am Ende des Buches (14,16-21). Ein alttestamentlicher Prophet, der im Geiste des Herrn, aber mit einer noch begrenzten menschlichen Perspektive schreibt, kann sich kein glücklicheres Ende vorstellen, als dass der Todfeind Ägypten nach Jerusalem kommt, um den jüdischen Messias anzubeten. Für die Menschen zu Sacharjas Zeiten war das „weit hergeholt“, aber... bei Gott sind alle Dinge möglich.

Das in Sacharja 14,16.18 und 19 erwähnte Laubhüttenfest war im alten Israel das Fest des überschwänglichen Überflusses, bei dem sich das Volk über seine erfolgreiche Ernte freute. Dies wird zu Sacharjas Vorlage für die ganze Welt, die endlich in Frieden und Überfluss lebt, verstärkt durch die Macht Gottes, die als Garant gezeigt wird (V. 12-15).

Sacharja zeigt in seinen letzten Kapiteln, dass er das große Thema aller Prophezeiungen erfasst hat: die Wiederkunft Christi in Macht und Herrlichkeit, um ein neues Jerusalem und sogar einen neuen Himmel und eine neue Erde unter dem wahren Hirtenkönig, Jesus, dem Messias, dem Löwen von Juda und dem Retter der Welt, zu errichten.

All das nahm seinen Anfang, als in Bethlehem ein kleines Baby geboren wurde, von dem es hieß: Sein Reich wird kein Ende haben (Lk 1,33). Gott sei Dank für eine solche Vision, einen solchen Plan und eine solche Hoffnung!

Anmerkungen:
[1] Sach 13,1: Sünde und Unreinheit müssen entfernt werden. Jesus ist der Einzige, der dies tun kann, die reinigende Quelle der Gläubigen, die den geistigen Tempel darstellen.
[2] Sach 14,7: Sacharja blickt voraus auf die Herrlichkeit Jerusalems im Reich des Messias. Die Lichter, von denen wir uns leiten lassen, werden verlöschen, aber Gott wird sein eigenes Licht ausstrahlen.
[3] Sach 11,1-4: James Montgomery Boice (amerik. Theologe und Auto) kommentiert, dass sich diese Prophezeiung im römischen Feldzug gegen Judäa erfüllt hat. Die Schlachtschafe symbolisieren das Volk.
[4] Sach 13,2: Götzendienst und falsche Prophezeiungen waren die beiden Hauptwege, auf denen Israel von Gott abgewichen war. Gott würde nicht nur einen Brunnen zur Reinigung bereitstellen, sondern er verspricht auch, die Quelle der Unreinheit – in diesem Fall den Götzendienst und die falsche Prophetie – auszumerzen. Götzendienst ist im Heiligen Land immer noch lebendig und wirkt sich aus.


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